(“Zeit”) Geschichten im 8.

Portrait Raphael SternfeldNur wenn wir aus der Geschichte lernen, können wir in eine bessere Zukunft voranschreiten. Deshalb möchte ich auf eine kommende Veranstaltung des Kulturverein “Freundinnen und Freunde der Josefstadt“ unter dem Titel (“Zeit”) Geschichten im 8. – Die Josefstadt im ‘langen Schatten’ von Monarchie, Demokratie und Diktatur hinweisen.

Ich werde ebenfalls am „Podium“ sein und über die Bedeutung der historischen Reflexion für die politische Debatte im Jahr 2010 (vor allem auf der Bezirksebene) diskutieren. Nähere Informationen findet ihr unterhalb. Ich freue mich über eure Anmeldungen per E-Mail.

Freitag, 18. Juni, 18 Uhr im Bezirksmuseum Josefstadt, Schmidgasse 18

Begrüßung: Irmtraut Karlsson
Moderation: Iris Steinhauer

Die Josefstadt im Zeitraum der 1. Globalisierung 1870-1914/18

Luegerei, Autoritarismus der Monarchie, Migrationskonflikte, Antisemitismus

Geschichten aus dem Wiener Wald (Lange Gasse 29)
Auszüge aus Ödön von Horváths 1931 uraufgeführtem Theaterstück.

Demokratisierung und Militarisierung Juli 1927, 1933 und 1934
Lesung Iris Steinhauer – Kommentar Oliver Rathkolb

Grabesstille der Nachkriegszeit
Werner A. Perger liest „Auf gutem Wege- Lange Gasse 39“ aus „Meine Straße- Erinnerungen an unsere Kindheit“ und reflektiert über die frühe Ära Kreisky

Gespräch Perger- Rathkolb-Sternfeld über die Bedeutung der
historischen Reflexion über alle diese (Zeit) Geschichten für die politische Debatte 2010 – Ähnlichkeiten, Unterschiede und Lösungsmodelle auf Bezirksebene

Am Schluss: Hoffentlich heftige Diskussionen und ein beruhigendes Buffet

Werner A. Perger, Dr Jur, ist Journalist und Buchautor (Die Presse, Korrespondent in Bonn für Die Presse, Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt (Hamburg), Profil und stern. Seit 1991 DIE ZEIT).

Oliver Rathkolb, Univ.-Prof. MMag. DDr., ist Professor für Zeitgeschichte an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Wien.

  • http://www.albert-ottenbacher.de Albert Ottenbacher

    Alexandra Bader schreibt in CeiberWeiber über das „Schicksal einer verkannten Wissenschafterin“:

    Volkskunde – Pionierin und Jüdin – diese Kennzeichen führten nicht nur dazu, daß Eugenie Goldstern (1884-1942) von den Nationalsozialisten ermordet wurde, es bedeutet auch, daß ihre Leistungen nicht einmal posthum gewürdigt werden. Zu Lebzeiten wollten viele Wissenschafter kaum von der Kollegin Notiz nehmen, darunter einige Nazis, die nach dem Zweiten Weltkrieg ziemlich rasch rehabilitiert waren. Da Goldsterns Sammlungen im Keller des Volkskunde-Museums verstaubten, mußte sie als Frau und Jüdin doch in Vergessenheit geraten.

    Warum nicht die Kochgasse in “Eugenie – Goldstern – Gasse” umbenennen und im Volkskundemuseum eine kleine Dauerausstellung einrichten ?

  • http://www.albert-ottenbacher.de Albert Ottenbacher

    Die Bundesministerin: Dr. Claudia Schmied eh stellt am 22. April 2009 fest : “Der Zustand des Gebäudes (Gartenpalais Schönborn) in welchem sich das Museum heute befindet, ist besorgniserregend.”

    1151/AB (XXIV. GP) Volkskundemuseum Wien

    http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIV/AB/AB_01151/fnameorig_157021.html

    Wer unternimmt was ?

  • http://www.albert-ottenbacher.de Albert Ottenbacher

    Der Kulturausschuss im Parlament rätselt. Entweder gilt in der Josefstadt

    “Das Museum für Volkskunde im Palais Schönborn im 8. Wiener Gemeindebezirk ist ein Vereinsmuseum, dessen Bestände im Eigentum des Bundes stehen.”

    Oder das Gegenteil stimmt und die Sammlung ist Privatbesitz :

    “Falls jedoch keine unmittelbaren Maßnahmen gesetzt werden, käme es zur Auflösung des Vereins und zur Übergabe der Sammlung an den Bund.”

    http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIV/I/I_00811/fnameorig_190187.html

    Was meinen Sie ?

  • http://www.albert-ottenbacher.de Albert Ottenbacher

    Das Volkskundemuseum würde dringende Sanierungsmaßnahmen benötigen. Das Völkerkundemuseum ist in großen Bereichen saniert, aber seit mehreren Jahren geschlossen.

    Bis April 2010 sollte die Vorlage der Detailplanung durch die Arbeitsgruppe an das KHM und das Kulturministerium erfolgen. Bis jetzt ist also keine Klärung der Voraussetzungen der rechtlichen und organisatorischen Zusammenführung, Namensgebung und konkreten Umsetzungsschritte erfolgt.

    Das Konzept ‚Museum NEU’ wird geheimgehalten. Aber es “überzeugt durch einen innovativen und eigenständigen Zugang zum Thema Ethnologie. ”

    http://www.bmukk.gv.at/medienpool/19182/endmasterplanbundesmuseen.pdf

    Die Zusammenlegung von Volkskunde- und Völkerkunde-Museum zu einem gemeinsamen Haus ist noch nicht so konkret wie berichtet. Die entsprechende Ausgliederung aus dem Kunsthistorischen Museum werde gerade im Rahmen der Arbeitsgruppe “Museum neu” geprüft, heißt es aus dem Kulturministerium. Bis Herbst soll eine entsprechende Entscheidungsgrundlage vorliegen.

    Wiener Zeitung, 15. Juli 2010

  • http://www.albert-ottenbacher.de/artikel.php Albert Ottenbacher

    Lt. Wiener Zeitschrift für Volkskunde 44, 1939, S. 36 beschert die ‘werktätige Fürsorge der Reichsstatthalterei und des Unterrichtsministeriums’ dem Volkskundemuseum im Jahr 1938 einen Zuwachs von “rund 350 Nummern.”

    Die Depots des Volkskundemuseums “sollen im Zuge der angestrebten Provenienzforschung überprüft werden” – nachdem eine Kommission in den Bundesmuseen seit Jahren arbeitet.

    Im Gedenken an Eugenie Goldstern als “unbelasteter” Fachkollegin ließe sich doch die Achtung vor dem Fach Volkskunde überhaupt mehren.

  • http://www.albert-ottenbacher.de/artikel.php Albert Ottenbacher

    Am 15. Oktober 2009 fanden beim 20. Österreichischen Museumstag in Linz zwei Impulsreferate zum Thema “Volkskundemuseum/Völkerkundemuseum – eine geplante Fusion ?“ statt. Das Konzept stellten die Leiterin des Volkskundemuseums und der Direktor des Völkerkundemeuseums vor.

    Warum kennt keiner diesen Plan und was wird aus dem Palais Schönborn ?

  • http://www.albert-ottenbacher.de/artikel.php Albert Ottenbacher

    Derzeit geht es um die “Verschmelzung” Volks/Völkerkunde in der Neuen Burg, um tausende Quadratmeter Lagerraum, der vollgesammelt werden soll. Dafür sind Reisen nötig, neue Stellen, Sekretariate. Und ganz kurze Schließungen, wie beim Völkerkundemuseum …

    Die Ausgliederung dieser Einrichtung aus der erst vor kurzem vollzogenen Fusion mit dem Kunsthistorischen Museum gestaltet sich zäh. Das Unterrichtsmuseum scheint seine Begeisterung für große Komplexe, Pools und Fonds verloren zu haben.

    Wäre es da nicht einfacher, in der Josefstadt ein schönes städtisches Museum einzurichten – mit der wiederentdeckten Schönbornsammlung, einer Gedenktafel und kleinen Dauerausstellung für Eugenie Goldstern …

  • http://www.albert-ottenbacher.de/artikel.php Albert Ottenbacher

    Die Stadt Wien stellt dem “Verein Museum für Volkskunde” als selbständigem Träger das Gartenpalais Schönborn als Quartier des Museums. Das Unterrichtsministerium gibt Subventionen. Eigentlich ideale Voraussetzungen für eine städtische Museumsholding ähnlich der “Jüdisches Museum der Stadt Wien Gesellschaft m.b.H.” Firmenbuch-Nr: FN 107585 p

    http://www.firmenabc.at/juedisches-museum-der-stadt-wien-gesellschaft-mbh_XEj

    Wie beim “Wienmuseum” könnte aber auch eine “wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts” mit eigener Rechtpersönlichkeit entstehen, “der Denkmäler und Kulturgüter des Landes und der Stadt Wien zur Erfüllung ihres kulturpolitischen und wissenschaftlichen Auftrags als gemeinnützige öffentliche Aufgabe anvertraut sind.”

    http://www.kontrollamt.wien.at/berichte/2007/lang/2-22-KA-I-K-24-6.pdf

  • http://www.albert-ottenbacher.de/artikel.php Albert Ottenbacher

    Das Kunsthistorische Museum mit dem Museum für Völkerkunde und dem Österreichischem Theatermuseum sind lt. Bundesmuseen-Gesetz 2002 und Museumsordnung im BGBl. II0 Nr. 395 vom 1. Dezember 2009 eine wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts des Bundes.

    http://www.bmukk.gv.at/medienpool/18786/bgbl_ii_395_2009.pdf

    Die ganze Organisation soll jetzt auf Wunsch der Volkskunde für eine “Verschmelzung” wieder geändert werden ?

    “Daher ist eine Änderung des Bundesmuseengesetzes hinsichtlich einer unabhängigen wissenschaftlichen Anstalt und somit eine Herauslösung aus dem Museumsverband KHM Voraussetzung” schreibt die Direktion in der Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde.

    Und das Palais Schönborn bleibt leer, grau und bröckelig stehen ?

  • http://www.albert-ottenbacher.de/artikel.php Albert Ottenbacher

    Obwohl der Verein für Volkskunde dazu vertraglich verpflichtet wäre, ist er außerstande, das Palais Schönborn zu erhalten.

    http://www.diestadtspionin.at/interviews/interview_schindler.php

    Erbarmt sich denn keiner ? Bundesdenkmalamt, Denkmalschutzabteilung im Unterrichtsministerium, Kulturabteilung MA 7, Baupolizei MA 37 – niemand zuständig ?

  • http://www.albert-ottenbacher.de/artikel.php Albert Ottenbacher

    Im barocken Palais Schönborn sind die Wände feucht, Stromleitungen veraltet, Wasserrohre aus Blei, Gesimse schadhaft. Das Dach ist undicht. Die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen im Volkskundemuseum kosten mindestens 4,6 Millionen Euro. Kein Thema ?

  • http://www.albert-ottenbacher.de/artikel.php Albert Ottenbacher

    Eugenie Goldstern hat “die bedeutendste Sammlung alpenländischer Volkskunst dem Volkskundemuseum in Wien überlassen.”

    http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabId=3946&alias=wzo&cob=454646

    Jetzt steht dieses Haus in der “akuten Museumskrise” vor dem Untergang. Was wird aus der “Sammlung Goldstern” dort ?

  • http://www.albert-ottenbacher.de/index.html Albert Ottenbacher

    Der vorige Direktor Hofrat Hon. Prof. Dr. Franz Grieshofer beklagt im Jänner 2005 die “Finanzmisere des Österreichischen Volkskundemuseums.”

    Reinhold Hohengartner, Leiter der Abteilung für Kulturpolitik im Bildungsministerium meint dazu : Im Profil des Museums müsse sich aber etwas ändern. Grieshofer sei schon seit einiger Zeit angehalten worden, ein neues Leitbild zu entwerfen. “Ich erwarte mir ein konkretes Konzept.”

    Ob inhaltliche und finanzielle Nöte irgendwie zusammenhängen ?

    http://derstandard.at/1904230#forumstart

  • Ottenbacher

    Verstauben die Objekte “zur Volkskunde der besetzten Balkangebiete” noch im Keller an der Laudongasse, oder wird schon an der Rückstellung gearbeitet ?

    http://www.archive.org/stream/mitteilungen5052anthuoft#page/n178/mode/1up

    Österreichische Akademie der Wissenschaften, Archivbehelf – Subventionen,S. 260

    Haberlandt, Arthur (Privatdozent für Ethnographie in Wien):

    (III) Subventionen der phil.-hist. Klasse (1893-1949)
    Ansuchen um eine Subvention von K. 1000,- für: anthropologisch-
    ethnographische Aufnahmen und Arbeiten in den besetzten Balkange-
    bieten (125/1918) – bewilligt

    http://www.oeaw.ac.at/biblio/Archiv/pdf/Subventionen.pdf

  • Ottenbacher

    vor 1 Jahr … ! Gefällt mir … ? Antworten … ?

  • Ottenbacher

    Frau Bezirksvorsteherin Mickel erzählt von ihrer Arbeit :

    http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2247

    Von einer Zukunft und der Sanierung des armen Palais Schönborn ist keine Rede.

  • Ottenbacher

    “Die Geschichte des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien, das von seinen Sammlungsbeständen her größte volkskundliche Museum Österreichs, ist aus heutiger Perspektive für die Zeit des Austrofaschismus, des Nationalsozialismus und der ersten Jahre der Zweiten Republik kaum bearbeitet wie überhaupt eine konsequente, die politisch kritischen Jahre betreffende Untersuchung eines dem Bund zugeordneten (kultur-)historischen Museums mit eigener Sammlung bzw. Sammlungstätigkeit bis heute in Österreich nicht verfasst worden ist.”

    http://www.fwf.ac.at/de/abstracts/abstract.asp?L=D&PROJ=P21442

  • Ottenbacher

    “… weiters über 130 anthropologische Messungen von Albanesen bilden eine weitere wissenschaftliche Ausbeute der Reise von großem Belang …”

    Zeitschrift für österreichische Volkskunde, XXI.-XXII. Jhg., Wien 1916, S. 201)

    http://quod.lib.umich.edu/g/genpub/ACD0698.0021.006/25?rgn=full+text;view=image

    “Von weittragendster Bedeutung sind endlich die umfassenden Untersuchungen, welche unsere Gesellschaft im Laufe der letztvergangenen Jahre in den Kriegsgefangenenlagern veranlaßt hat. Es geschah dies in der Erwägung, daß in diesen ein buntes Gemenge von Menschen der verschiedensten Volks- und Rassenzugehörigkeit angesammelt war, wie es sich wohl noch niemals auf engem Räume zusammengefunden hatte, und zwar gehörten diese Menschen vorwiegend Volksstämmen des europäischen und asiatischen Rußland an, welche hinsichtlich ihrer somatischen und ethnologischen Eigenart bisher noch wenig oder gar nicht gekannt waren.”

    Sitzungsberichte der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Monatsversammlung 12.11.1919, Wien 1920, S. 19)

    http://www.archive.org/stream/mitteilungen5052anthuoft#page/n179/mode/1up

    “… und von Arthur Haberlandt liegt eine Studie zur Anthropologie der Albaner (1917) sowie auszugsweise ein Bericht über seine im Jahre 1916 im Auftrage des Unterrichtsministeriums durchgeführten Arbeiten zur Volkskunde von Montenegro und Albanien vor. Im Anschlüsse daran veranstaltete Arthur Haberlandt im Festsaale der Universität eine höchst lehrreiche Ausstellung von Objekten zur Volkskunde der besetzten Balkangebiete.”

    S.20)

    “Anthropologische Messungen und Aufnahmen konnten nur an einer beschränkten Zahl von Individuen durchgeführt werden, so von A. Haberlandt und V. Lebzelter an Albanern …”

    Verhandlungen des zwanzigsten Deutschen Geographentages, Leipzig 1921, S. 96)

    http://www.archive.org/stream/tagungsberichtun1921berluoft#page/96/mode/1up

    ” – die Früchte eines Zusammenwirkens von Front und Wissenschaft im Hinterlande, wie es vor dem Weltkriege nie gedacht werden konnte.”

    Zeitschrift für österreichische Volkskunde, XXIV. Jhg., Wien 1918, S. 52

    http://quod.lib.umich.edu/g/genpub/ACD0698.0024.001/64?rgn=full+text;view=image

  • Albert Ottenbacher

    “Wie Sie vielleicht wissen, befindet sich das Gartenpalais Schönborn in beklagenswertem baulichen Zustand. Seit geraumer Zeit bemühen wir uns bei der Gebäudeeigentümerin, der Stadt Wien, um Unterstützung für eine Sanierung des Gebäudes. Bevor hier nicht eine Lösung in Sicht ist, stehen Gedenktafelstiftungen nicht unbedingt im Vordergrund unserer Überlegungen.”

    Aus einer Stellungnahme des Volkskundemuseums zur Gedenktafel Eugenie Goldstern, zitiert von Daniela Birk, Kulturpolitische Sprecherin derGrünen im Rathaus am 11.04.2011

  • Albert Ottenbacher

    Schlimmer, als die Parkplatznot im Bezirk :

    http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Michael_Haberlandt

  • Albert Ottenbacher

    Eine Gedenktafel für Eugenie Goldstern im oder am Volkskundemuseum fehlt noch immer, aber

    “Lueger’s name will remain on one Vienna square, four monuments, three commemorative plaques, one palace and a church, Social Democratic spokesman Ernst Woller said today in a statement.”

    http://www.bloomberg.com/news/2012-04-19/austrian-nationalists-protest-anti-semite-s-removal-from-street.html